Wie die Klangmassage mir half, loszulassen und in meine Mitte zu kommen

von Nina-Maria Jantzen

Als ich die Klangmassage kennenlernte, befand ich mich in einer sehr herausfordernden Phase meines Lebens. Ich litt unter Dauerstress, ständigem Grübeln und kam einfach nicht mehr zur Ruhe.

Mit der Klangmassage fand ich etwas, das mich auf allen Ebenen "abholte", denn diese besondere Massage wirkt ohne viel Tamtam und ohne Esoterik und geht dabei sehr tief. Ganz bodenständig und ursprünglich "massieren" die Klänge den Körper und die Zellen von innen und wirken gleichzeitig auf allen anderen Ebenen unseres Seins ausgleichend und zentrierend. Der Klang bahnt sich immer seinen Weg, egal, wer Du bist und was gerade bei dir los ist. Inzwischen gebe ich diese wunderbare Massage auch an meine Klienten weiter. Für einen Termin kannst Du mich gerne über meine Website kontaktieren. Wenn Du Dich vorher über das Thema " Klangmassage" informieren möchtest, dann lies gerne hier weiter.

 

Mit Entspannung kenne ich mich aus. Seit meiner Kindheit meditiere ich, mache regelmäßig Yoga, Chi Gong und praktiziere Achtsamkeitsrituale. In sehr stressigen Zeiten wie Prüfungsphasen setze ich manchmal Kräuter zur Beruhigung ein und mache spezielle Atemübungen. Ich kann mich jederzeit in eine leichte Trance versetzen, wenn ich das möchte und benötige dazu keine Hilfsmittel. Besonders in harten Zeiten waren mir diese Praktiken stets zuverlässige Helfer. Es gab jedoch eine Phase in meinem Leben, in der all das nicht mehr so richtig half. Ich war unglaublich gestresst und geriet völlig aus meinem energetischen Gleichgewicht. Viele Probleme hatten sich zu einem Berg aufgetürmt, was noch nicht einmal das Schlimmste war. Wirklich anstrengend wurde es, als ich gar nicht mehr abschalten konnte, auch dann nicht, wenn ich mir eine Auszeit nahm. Das ständige Grübeln und Denken war sicherlich das, was mich am meisten belastete. Mein Kopf war zu einer stark befahrenen und sehr lauten Autobahn geworden, ich litt unter einem überreizten Nervensystem und bekam Schlafstörungen. Keine Achtsamkeits- oder Entspannungspraktik kam dagegen noch an. Egal, was ich versuchte: energetische fühlte ich mich wie gestaut und verstopft und ich war immer müde. Wie sollte ich da jemals wieder herauskommen? Ich wusste es nicht.

 

Bei meinen Recherchen im Internet stieß ich auf das Thema "Klangschalen-Meditation".

Eine Ärztin für Naturheilverfahren hatte mir vor Jahren einmal erzählt, dass Klang - und Rhythmusarbeit gezielt in der Körper- und auch Psychotherapie eingesetzt werden und dass sie ihren Patienten diese am liebsten immer verschreiben würde, wenn sie das könnte. Daran musste ich nun denken. Ob ich mir einfach eine Klangschale bestellen sollte? Und ob mir diese Schale dabei helfen würden, wieder in eine wirklich tiefe Meditation hinein zu kommen, so wie früher? Irgendwie konnte ich mir das nicht vorstellen, obwohl ich den Klang einer solchen Schalen schon als beruhigend empfinde. Als ich mit einer Freundin über das Thema sprach, erzählte sie mir, dass es auch spezielle (tibetische) Klangschalen-Massagen gab, welche zu Entspannungs- und Therapiezwecken eingesetzt werden, und die (anders als eine Meditation) eben auch ganz besonders den Körper ansprechen.

Da ich beim Physiotherapeuten manchmal Rückenmassagen bekommen hatte, die mir selten kräftig genug waren, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet die zarten Vibrationen einer Klangschale auf meinem Körper überhaupt etwas für mich würden tun können. Aber zart oder sanft muss eben nicht schwach oder gar wirkungslos bedeuten, wie ich bald feststellen sollte.

Kurze Zeit später hatte ich nämlich meinen ersten Termin zur Klangmassage bei einer sehr netten Frau namens Monika*, die für das renomierte Peter Hess Institut arbeitete. Peter Hess gilt als Pionier auf seinem Gebiet. Er hat die Klangmassage  weiterentwickelt und u.a. nach Deutschland gebracht.

 

Je näher der Termin rückte, desto nervöser wurde ich. Ehrlichgesagt gehe ich nicht so gerne zur Massage oder auch zu Wellnessanwendungen. Ich hatte während meiner Teenagerzeit in diesem Bereich leider einige Male mit Übergriffen zu tun gehabt und das Loslassen und Vertrauen fällt mir schwer, wenn ich den Menschen nicht gut oder gar nicht kenne.

Monika* spürte sofort, dass ich ein Thema mit "Kontrolle und Loslassen" habe. Herzlich lachte sie mich an und sagte mir, dass das jedoch völlig in Ordnung sei. Jeder in seinem Tempo! "Ich möchte, dass Du weißt, dass Du hier ganz Du selbst sein darfst, so wie es Dir gerade geht!", motivierte sie mich, was mir ein wenig die Anspannung nahm.

Zu Anfang konnte ich tatsächlich keine Spur loslassen und ein Gedanke jagte mal wieder den nächsten. Erst zur Hälfte der Massagezeit hatte mein System verstanden, dass ihm mit Monika* nichts Schlimmes widerfahren würde. Langsam verlor ich mich in den sanften Schwingungen, die sich nicht nur im Raum und an meinem Ohr wie eine wohlige Welle ausbreiteten sondern auch einen Strom der Geborgenheit in und um meinen Körper bildeteten. Monika* nutzte unterschiedliche Klangschalen, die sie auf verschiendenen Partien meines Körpers platzierte und dort anspielte. Die Vibrationen taten sehr gut, manchmal hatte ich das Gefühl, dass diese sogar die kleinste Zelle in mir zum Schwingen brachten, mal spürte ich die Schwingung großflächiger. Mein Körper konnte dies alles immer mehr zulassen und auch genießen. Ganz sanft wurde ich auf eine andere Ebene getragen. Ich schlief dabei nicht ein und doch befand ich mich wohl in einem Zustand wie kurz vor dem Einschlafen. Der Alltag spielte keine Rolle mehr. Der Probleme wahr ich zwar noch gewahr, aber sie lagen nun weiter in der Ferne und schienen längst nicht mehr so wesentlich zu sein.

Ich spürte, wie meine Atmung ganz wie von selbst tiefer wurde und ich hörte mich selbst einen langen Seufzer ausstoßen. Eine Träne der Erleichterung rollte über meine Wange. So hatte ich mich lange nicht gefühlt! Am Ende der Massagesitzung, die leider viel zu schnell vorbeigegangen war, befand ich mich ganz bei mir, wie in meiner Mitte. Ich fühlte mich wie frisch gebadet und energetisch geklärt. Auch in den Tagen danach wirkte das Erlebte auf positive Weise nach.

Seit diesem Erlebnis habe ich noch mehrere Klangmassagen bekommen. Inzwischen kann ich viel schneller dabei loslassen und mich einfach vom Klang tragen lassen. Mein Energielevel ist nach meinem Empfinden sehr angestiegen, ich fühle mich ausgeglichener und nehme diesen Zustand auch mit in den Alltag hinein. Aber ich merke auch, dass ich dranbleiben muss. Ich habe mir vorgenommen, dass ich regelmäßig etwas für mich tun werde, auch und gerade in Zeiten, in denen das besonders schwierig erscheint. Nicht jede Entspannungsform ist auch für jeden geeignet und nicht jeder findet auf Anhieb das Richtige für sich. Die Klangmassage ist die Massagepraktik, die ich meinen Freunden und meiner Familie, kurz: den Menschen, die mir am wichtigsten sind, immer als erstes empfehle und ans Herz lege.

 

*Name wurde von der Autorin geändert